Über das Projekt
Co-Campagne 40+ ist die Idee für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Innsbruck für Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Geplant sind 40 eigenständige Mietwohnungen und zusätzliche Räume, die das Leben im Haus und in der Gemeinschaft bereichern.
Gemeinschaftlich wohnen heißt: Jede Person lebt in einer eigenen Wohnung, zugleich gibt es gemeinsam nutzbare Räume und zahlreiche Gelegenheiten für Begegnung, gemeinsame Aktivität und gute Nachbarschaft. Gemeinschaftliche Wohnprojekte wie Co-Campagne 40+ sind als als Genossenschaft organisiert und verwalten sich selbst.
Nein. Gemeinschaftliches Wohnen gibt es international seit Jahrzehnten. Co-Campagne 40+ knüpft an bestehende Erfahrungen an und übersetzt sie in ein Konzept für Innsbruck.
Das Projekt richtet sich an Menschen ab 40 Jahren. Dabei zählt nicht das jetzige Alter, sondern das Alter beim Einzug. Derzeit ist der Einzug für 2032 geplant. Damit gehören die Jahrgänge bis 1992 schon heute zur Zielgruppe von Co-Campagne 40+. Nach oben gibt es keine Altersgrenze.
Die Idee von Co-Campagne 40+ und vieler Cohaousing-Projekte ist diese: weniger eigene Quadratmeter, dafür mehr gute Nachbarschaft und gemeinsam genutzte Räume und Flächen. Für einen Einpersonenhaushalt können 40 m² sehr angenehm sein. Entscheidend sind ein guter Grundriss, ein großzügiges Raumgefühl, angenehmes Tageslicht, gute Möblierbarkeit, ausreichend Stauraum und ein schön nutzbarer Balkon. Auf diese Elemente achtet Co-Campagne 40+.
Co-Campagne 40+ ist ein Konzept, das im Rahmen der Bebauung des Campagne-Reichenau-Areals im Osten von Innsbruck an der Ausschreibung für gemeinschaftliche Wohnformen teilnimmt. Ob es ausgewählt wird, wird voraussichtlich im Oktober 2026 entschieden. Falls ja, soll es auf dem Baufeld 2 entstehen, auf dem ca. 300 geförderte Wohnungen geplant sind, bis zu 100 davon als gemeinschaftliche Wohnformen. Wie das Haus aussehen wird, entscheidet ein Architekturwettbewerb. Bauträger wird die Innsbrucker Immobiliengesellschaft sein. Der Baustart ist laut Ausschreibung für Ende 2029 angestrebt, die Fertigstellung 2032.
Für unterschiedliche Lebensphasen gibt es unterschiedliche Angebote. Dabei geht es nicht darum, jemanden auszuschließen, sondern darum, Angebote auf Bedürfnisse zuzuschneiden. Generationenübergreifende Cohousing-Projekte sind großartig und es ist Innsbruck zu wünschen, dass entsprechende Projekte realisiert werden. Denn gerade auch Familien profitieren umfassend von der Idee des gemeinschaftlichen Wohnens.
Co-Campagne 40+ ist ein sehr kleines Projekt für die sehr große gesellschaftliche Gruppe alleinlebender Menschen, die sich Gedanke darüber machen, wie sie mit zunehmendem Alter möglichst lange selbstständig leben können. Nur wenige Bewohner:innen von Co-Campagne 40+ werden 40 Jahre alt sein (die Wohnungen werden nach Alterskohorten vergeben), ein deutlich größerer Teil 50+, 60+, 70+, 80+. Auch für diese Bürger:innengruppe braucht Innsbruck Angebote.
Für Co-Campagne 40+ sind ausschließlich Mietwohnungen geplant. Das gibt das Auswahlverfahren der Stadt Innsbruck so vor. Grundstück, Gebäude und Wohnungen bleiben im Eigentum der Innsbrucker Immobiliengesellschaft.
Viele Cohousing-Projekte entscheiden sich für Mietwohnungen. Denn Eigentumswohnungen lassen sich verkaufen und vererben und damit verliert die Hausgemeinschaft die Möglichkeit, die Regeln der Aufnahme neuer Mitbewohner:innen zu bestimmen. Damit bestünde die Gefahr, dass „Wohnraum“ statt „Gemeinschaft“ zum Einzugsmotiv wird.
Das Konzept von Co-Campagne 40+ sieht vor, sich als Genossenschaft zu organisieren – so, wie es viele Cohousing-Projekte tun. Die Genossenschaft, zu deren Mitgliedern alle Hausbewohner:innen zählen, mietet das gesamte Gebäude vom Bauträger Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG). Zwar bleiben verschiedene Verwaltungsaufgaben vertraglich geregelt bei der IIG, einige gehen aber auf die Genossenschaft über. Zum Beispiel die Nachbesetzung frei werdender Wohnungen nach den von der Hausgemeinschaft festgelegten Regeln.
Das Erdgeschoss ist das gemeinsame Wohnzimmer des Hauses: eine große Küche, Sitz-/Essplätze für alle, ein Vorratsraum, eine Werkstatt, ein Bewegungs- und Musikraum. Außerdem sind ein Ruheraum für ruhige Aktivitäten in guter Gesellschaft und zwei Gästestudios für Besuch geplant, die – wenn sie unbesetzt sind – als Homeoffices genutzt werden können. Zusammen sind das rund 250 Quadratmeter. Wie diese Räume im Alltag genutzt werden, entscheidet die Hausgemeinschaft.
Wohnen und Alltag
Sehr privat. Jede Person lebt in ihrer Wohnung ganz so, wie sie will (… im Rahmen einer üblichen Hausordnung :-)). Die Gemeinschaftsräume und die Angebote der Hausgemeinschaft stehen zusätzlich zur Verfügung – niemand muss, jede:r kann sie nutzen.
Für 40 Quadratmeter eigene Wohnung und gut 6 Quadratmeter Anteil an den Gemeinschaftsräumen nennt die Stadt Richtwerte auf Preisbasis 2026: rund 14 Euro je Quadratmeter für die Wohnung (= 40 x 14) und 15 bis 16 Euro für die Gemeinschaftsfläche (= ca. 6 x 15,5). Betriebskosten und Heizung sind darin enthalten, Strom nicht. Dazu kommt ein Genossenschaftsbeitrag, das Konzept rechnet mit rund 25 Euro. Festgelegt wird der Beitrag von den Bewohner:innen. Wer einen eigenen Autostellplatz möchte, zahlt dafür rund 150 Euro im Monat.
Die Sätze für die Mieten werden von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft im Rahmen der Wohnbauförderung festgelegt. Die Zahlen stammen aus den Unterlagen des Auswahlverfahrens. Wie sie sich bis 2032 entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Sobald Näheres feststeht, erfahren es alle, die sich über das Kontaktformular in die Liste eingetragen haben.
Wie viel Zeit jede:r der Bewohner:innen für die Hausgemeinschaft aufbringt, legt die Hausgemeinschaft gemeinsam fest. In Cohousing-Projekten dieser Größe sind es meist zwischen 5 bis 10 Stunden/Monat. Die Zeit ist davon abhängig, wie viele der Aufgaben die Hausgemeinschaft selbst übernimmt. Ein Beispiel: Ein Parkplatz wird frei und soll vermietet werden – wer sucht den neuen Mieter? Solche Aufgaben werden in Cohousing-Projekten in der Regel intern erledigt (zum Beispiel von Mitbewohner:innen, die nicht gerne Kochlöffel schwingen :-)).
Gemeinschaft ist möglich und erwünscht, aber sie ist immer freiwillig. Du kommst zum gemeinsamen Essen, wenn dir danach ist. Und wenn nicht, dann nicht. So ist es mit allen Aktivitäten der Hausgemeinschaft.
Etwas anderes ist die Selbstverwaltung. Das Haus verwaltet sich selbst, und dazu trägt jede:r bei, indem sie oder er Aufgaben übernimmt. Welche das sind, wählst du nach deinen Vorlieben und Stärken.
Nur, wenn du das möchtest :-). Gemeinsames Essen ist eine mögliche und wichtige Qualität im Alltag von Co-Campagne 40+. Aber in einem selbstverwalteten Wohnprojekt gibt es viele unterschiedliche Aufgaben. Die Bewohner:innen ergänzen einander durch unterschiedliche Vorlieben und Stärken. Wer was erledigen möchte und kann, stellt sich heraus. Vielleicht magst du Belege sortieren, Blumen gießen, Glühbirnen wechseln, das Gemeinschaftsauto zum Reifenwechsel bringen – oder sie sogar selber wechseln …
Natürlich, deine Wohnung ist deine Wohnung. Du machst, was du möchtest (und was nicht gegen eine allgemeine Hausordnung verstößt :-)). In 40 Quadratmetern kann es mit Übernachtungsgästen allerdings eng werden. Deshalb gibt es im Haus zwei Gästestudios, die du für deinen Besuch buchen kannst.
Eine Grenze ergibt sich aber aus dem Konzept: Wohnen im Haus ist Menschen ab 40 vorbehalten, und jede Wohnung ist ein Einzelhaushalt. Das bedeutet zum Beispiel: Wenn Kinder regelmäßig hier übernachten, etwa jedes oder jedes zweite Wochenende, werden aus Gästen Teilzeit-Bewohner:innen. So wertvoll diese Betreuung ist: Co-Campagne 40+ behandelt alle gleich. Was Eltern mit Hauptbetreuung nicht möglich ist, gilt auch für geteilte Betreuungspflichten. In Co-Campagne 40+ kann niemand „mitwohnen“. Das Haus ist für seine 40 Bewohner:innen konzipiert.
Das ist die Idee. Vieles wird leichter, wenn andere in der Nähe sind: Jemand kann, wenn mal hilfreich, etwas vom Supermarkt mitbringen. Jemand hat eine Leiter und ein bisschen Zeit. Jemand kocht am Abend, und du musst nicht. Und wenn jemand ungewohnt lange nicht auftauchst, fällt das auf. Das Aufeinander schauen schätzen Bewohner:innen von Cohousing-Projekten am meisten – und es hat wenig mit Alter zu tun. Es macht mit den Jahren nur einen größeren Unterschied. Dabei gibst du nichts ab: Die Wohnung ist deine, die Entscheidungen sind deine, und du bittest um Hilfe, wenn du sie brauchst. In guter Gesellschaft lebt es sich leichter, und Hilfe braucht jede:r mal :-).
Für Rückzugsmöglichkeiten ist gesorgt. Das Konzept verbindet Gemeinschaft mit dem Recht auf Ruhe, Privatheit und „Unsichtbarkeit“. Auf diese Qualitäten wird daher bewusst geachtet. So bietet Co-Campagne 40+ zum Beispiel einen Ruheraum, in dem für sich sein kann, ohne sich isoliert zu fühlen.
Dann ist es wie überall :-). Wo Menschen zusammenkommen, gibt es Konflikte. Bei 39 Mitbewohner:innen ist es weder nötig noch wahrscheinlich, mit jedem eng zu sein. Es wird Menschen geben, mit denen du kochst und sogar verreist, und andere, denen du lieber aus dem Weg gehst und mit denen ein paar Worte im Stiegenhaus reichen. Beides ist in Ordnung, das Haus lässt beidem Platz.
Für ernsthafte Konflikte gibt es Wege, damit als Hausgemeinschaft gut umzugehen. Wie diese Wege aussehen, erarbeitet die Gruppe vor dem Einzug. Vieles davon lässt sich bei erfolgreichen Cohousing-Projekten abkupfern, und das tut Co-Campagne 40+ ja grundsätzlich gerne …
Ablauf und Teilnahme
Nein, noch nicht. Co-Campagne 40+ bewirbt sich in einem Auswahlverfahren der Stadt Innsbruck um einen Platz in der Campagne Reichenau. Die Konzepte werden am 18. September 2026 eingereicht, die Jury tagt am 15. und 16. Oktober.
Im Anschluss an die Entscheidung bekommen alle, die sich durch eine Nachricht über das Kontaktformular (Startseite) als interessiert gemeldet haben, die aktuellen Informationen.
Co-Campagne 40+ ist eine Idee, ein Wunsch und ein Konzept, das in verschiedenen Kontexten realisiert werden kann. Im Oktober nicht ausgewählt zu werden – es können maximal zwei Projekte gewinnen – bedeutet nicht automatisch das Ende von Co-Campagne 40+.
Um Bewohner:in von Co-Campagne 40+ zu werden, müssen – wenn das Projekt realisiert wird – zwei Dinge zusammenkommen:
(1) Das Alter. Co-Campagne 40+ ist für Menschen ab vierzig, gerechnet zum Zeitpunkt des Einzugs. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Beim Einzug muss man aber zumindest 40 sein.
(2) Die Bedingungen der Tiroler Wohnbauförderung. Das Haus entsteht im geförderten Mietwohnbau. Das bedeutet, es kann nur einziehen, wer als begünstigte Person gilt. Dazu gehören eine Einkommensgrenze und die Auflage, bestehendes Wohnungseigentum nach dem Einzug aufzugeben. Die genauen Bedingungen stehen in der Wohnbauförderungsrichtlinie des Landes Tirol. Zusätzliche Auskunft können die zuständigen Stellen des Landes geben.
Wer beides erfüllt, kann Bewohner:in von Co-Campagne 40+ werden. Versprechen lässt sich ein gesicherter Platz für eine der vierzig Wohnungen aber nicht.
Derzeit ist die beste Verbindung zu Co-Campagne 40+ eine Nachricht über das Kontaktformular zu schicken. So bleiben alle Interessierten informiert – und jede Nachricht ist außerdem sehr ermutigend!
Bis zur Entscheidung der Jury ist Co-Campagne 40+ ein Konzept und Vorhaben. Die nächsten Schritte folgen nach der Entscheidung, die voraussichtlich Mitte Oktober 2026 sein wird. Sollte das Projekt für die Realisierung ausgewählt werden (Daumendrücken hilft! :-)), sind Informationsabende geplant und der weitere Prozess wird vorgestellt.
Gerne! Alle Formen von „Duos“ sind willkommen, Paare, Tochter und Mutter, Freund:innen … Nur eines ist vorgegeben: Jede:r zieht in eine eigene Wohnung. Denn Co-Campagne 40+ ist für 40 Einzelhaushalte konzipiert. Euer Weg zu den beiden Wohnungen: Ihr wählt bei eurer Bewerbung ein Paarticket. Damit bekommt ihr, wenn ihr zum Zug kommt, automatisch zwei Wohnungen und seid beide dabei. Wichtig: Ihr müsst beide die Voraussetzungen für den Einzug erfüllen: mindestens 40 Jahre alt und nach den Tiroler Förderrichtlinien förderberechtigt. Auch wichtig: Es wäre ein Zufall, wenn eure Wohnungen nebeneinander lägen. In Co-Campagne 40+ ist das ganze Haus euer Zuhause und welche Wohnungen ihr bekommt, entscheidet der Zufall.
Ja, für den Einzug ist ein gewisser Geldbetrag nötig. Zum einen verursacht jeder Erstbezug Kosten, zum Beispiel, weil in der Wohnung zwar alle Anschlüsse und sanitären Einrichtungen, aber keine Küche vorhanden ist. Dazu kommt eine Genossenschaftseinlage von (aus heutiger Sicht) ca. 3.000 Euro. Dieses Geld wird für die Ausstattung der Gemeinschaftsräume verwendet, also Gemeinschaftsküche/Gemeinschaftraum, Werkstatt, Musik-/Bewegungsraum usw., und für die Rücklagen der Genossenschaft. Was genau angeschafft wird, entscheidet die Bewohnergruppe.
Die Genossenschaftseinlage kann in Raten gezahlt werden. Mitglieder mit Erspartem können der Genossenschaft ein Darlehen geben, aus dem sie Raten oder Stundungen ermöglicht. Wer auszieht, bekommt seine Einlage retour, bezahlt von der Person, die nachrückt und dabei ihre eigene Einlage leistet.
Lange nicht. Der Weg zum Einzug hat mehrere Stationen, und an jeder entscheidest du neu, ob du weitergehst. Wer aussteigt, muss das nicht begründen, und niemand fragt nach.
Verbindlich wird es erst am Ende. Der Beitritt zur Genossenschaft und der Mietvertrag liegen beide im letzten Jahr vor dem Einzug. Davor liegt rund eineinhalb Jahre gemeinsame Vorbereitung in Workshops, in denen aus Interessierten eine Hausgemeinschaft wird.
Wie dieser Weg im Detail aussieht, steht im Konzept und wird bei den Infoabenden vorgestellt. Vieles daran ist heute noch Planung: Was am Ende genau gilt, hängt von der Entscheidung im Auswahlverfahren und an den Vereinbarungen mit dem Bauträger ab.
Wer sich über das Kontaktformular meldet, bekommt eine Nachricht, wenn sich „etwas tut“: die Entscheidung der Jury, Einladungen zu Infoabenden, später Termine für Treffen … Unverbindlich Mitlesende sind ebenso willkommen wie potenzielle spätere Mitbewohner:innen. Und wer irgendwann nicht weiter informiert werden möchte, meldet sich kurz und lässt sich aus dem Info-Verteiler löschen.
