Wo Menschen zusammenleben, gibt es Reibung, auch im schönsten Wohnprojekt. Die Konfliktforschung kennt sogar eine besondere Gefahr harmonieverliebter Gemeinschaften: Wo alle immer freundlich sein wollen, werden Spannungen geschluckt und kühlen aus. Und „kalte“ Konflikte sind die zähesten.
Gute Gemeinschaften rechnen deshalb mit Konflikten. Sie geben ihnen früh einen Ort: klare Verfahren, benannte Ansprechpersonen, Räume, in denen Spannung sein darf, bevor sie wächst.
Zugleich lässt sich Konflikten vorbeugen. Auch dabei helfen Klarheit und gemeinsam entwickelte Regeln dafür, wie man miteinander umgehen will. Einander zu kennen, macht offene Gespräche leichter. Geteilte schöne Erfahrungen schaffen Vertrauen – eine hilfreiche Basis, wenn es einmal schwierig wird.
Trotzdem bleibt es dabei: Die Fähigkeit, gut zu streiten, gehört zu den tragfähigsten Eigenschaften einer guten Gemeinschaft. Noch wurde allerdings keine mit ihr geboren. Doch viele erfolgreiche Cohousing-Projekte zeigen, dass man sie gemeinsam entwickeln kann.

